Was ist der Sinn des Lebens? Es mutet erstaunlich an, mit einem Buch über Biologie diesem alten Rätsel näher kommen zu wollen. Aber das extrem lesenswerte, allerdings äußerst dicht geschriebene und für Laien daher nicht ganz leicht verdauliche Buch Dance to the Tune of Life. Biological Relativity des Oxford-Physiologen Denis Noble hat mich genau auf […]
Autor: Tobias
Was der Piper-Verlag als eine Vorlesung Hannah Arendts mit dem Titel „Über das Böse“ verkauft, ist in Wahrheit ein immer wieder handschriftlich und mit Post-It-Notizen bearbeitetes Vorlesungsmanuskript über „Einige Fragen der Moralphilosophie“, was den Charakter ihrer Überlegungen deutlich besser trifft als der deutsche Titel: Es geht zwar auch um die Frage nach dem Bösen, aber […]
Schizophrenie ist ein überaus vielschichtiges und vielgestaltiges psychisches Erkrankungsmuster, welches – anders als etwa die Depression – niemals eine Volkskrankheit ist oder war. Nichtsdestotrotz ist es bemerkenswert, dass sich das Krankheitsbild sowohl durch die Jahrhunderte zurückverfolgen lässt, als auch kulturübergreifend auf einem relativ stabilen niedrigen Niveau zu finden ist (ca. 1% der Gesamtbevölkerung, siehe etwa […]
Hannah Arendt und die Demontage der Philosophie In ihrem letzten, unvollendet gebliebenen Werk Vom Leben des Geistes widmet sich Hannah Arendt drei zentralen geistigen Tätigkeiten: Dem Denken, dem Wollen und dem Urteilen. Arendt wollte nie als Philosophin bezeichnet werden, wie man beispielsweise an ihrer Reaktion auf die Einstiegsfrage dieses äußerst sehenswerten Interviews ermessen kann. Mit […]
In einem seiner berühmtesten Werke mit dem Titel Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft aus dem Jahr 1974 diagnostiziert Erich Fromm eine existenzielle Pathologie der westlichen Welt: Nämlich eine gesellschaftliche Charakterstruktur, die er mit dem Schlagwort des Habens belegt. Fromm ist der Auffassung, dass die ökologische und humanitäre Katastrophe, auf die die […]
Wie kommt man auf die Idee, eine Doppelbiographie über Wittgenstein und Heidegger zu schreiben? Hier Ludwig Wittgenstein, der enigmatische Sprachphilosoph, der die Aufgabe der Philosophie vor allem darin gesehen hat, durch genaue und klare Sprachanalyse den Verstand von seiner Verhexung durch die Sprache zu befreien – und dort Martin Heidegger, der den Verstand seiner Zuhörer […]
Der Tod eines Menschen bietet stets Anlass zu einer persönlichen Reflektion darüber, wie dieser Mensch das eigene Leben beeinflusst hat. So auch diesmal: Am 20.11.2020 ist die Philosophin Judith Jarvis Thompson im biblischen Alter von 91 Jahren gestorben. Ich würde gerne schreiben, dass sie als Moralphilosophin einen großen Einfluss auf die Philosophie des zwanzigsten Jahrhunderts […]
Nach langen Monaten der pandemiebedingten Schließung durfte am vergangenen Samstag endlich das Münstersche Kino wieder öffnen und zeigte zur Feier des Tages eine Vorabpremiere des dänischen Oscar-Gewinners Der Rausch von Thomas Vinterberg, der im Juli deutschlandweit in die Kinos kommen soll. In Dänemark war der Film ein Kassenschlager, übertragen auf Deutschland vergleichbar mit Fack ju […]
Mein letzter Blogeintrag hat mich viel Zeit und Mühe gekostet, sodass sich nach etwa zwei Wochen intensiver Arbeit ein gewisses Gefühl der Leere breitmachte: Worüber schreibe ich als nächstes? Da kam die Anfrage eines Freundes gerade recht: Ich könne doch mal eine Broschüre der Hans-Albert-Stiftung verreißen (seine Wortwahl!), an der er intensiv mitgearbeitet hat. Ich […]
In seinem Essay „Über den Fetischcharakter in der Musik und die Regression des Hörens“ stimmt Adorno eine breit ausgedehnte Klage an über… Ja, was eigentlich? Es ist gar nicht so leicht zu sagen. Vielleicht lässt es sich ganz verkürzt wie folgt ausdrücken. Eine allgemeine Kernbotschaft Adornos, die in vielen seiner Texte mehr oder weniger explizit […]